Nähen… is mir nix

Nähen. Eine Sache, die ich immer wieder in Angriff nehme, obwohl ich schon zu Beginn des Projekts weiß, dass ich fluchen werde, wie ein Kesselflicker, der sich fies den großen Zeh gestoßen hat, während er beim Versuch sich die Hose zuzumachen, seine Vorhaut eingeklemmt hat. Ich habe in Sachen nähen langsam den Punkt erreicht, an dem ich erkennen sollte, dass es mir nunmal nicht liegt. Aber andererseits sehe ich es nicht ein, mich von meiner absoluten Inkompetenz in dem Bereich bremsen zu lassen. Aber um mal zu verdeutlichen, was meine Probleme sind, hier die 8 Gründe, warum ich nähen eigentlich ganz arg hasse:

Grund 1: Zuschneiden

Es gibt Schnittmuster. Und wenn es die nicht gibt, dann muss man einfach nur Rechtecke oder Quadrate in einer bestimmten Größe zuschneiden. Die meisten Dinge, die man so näht, bestehen gerne mal aus zwei gleich großen Teilen. Nun schaffe ich es immer, dass die nie gleich groß sind. Es ist immer der Fall, dass mindestens eins davon genau so ist, wie es der Schnittersteller gedacht hat und eins ist dann ein bisschen größer, schief, kleiner. Es passt einfach nicht. Ich habe die verschiedensten Methoden getestet. Zwei Stofflagen übereinander, die Teile einzeln zuschneiden, den Schnitt mit tausend Stecknadeln festpinnen oder alternativ mit Klebeband festkleben. Ich schaffe es einfach nicht.


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Grund 2: Die richtige Nadel finden

Jeder Stoff braucht seine eigene Nadel. So weit reicht mein Nähverständnis schon mal aus. Die sind nett markiert und sogar ich erkenne den Unterschied zwischen Jersey und Jeans. Doch dann fängt es schon an. Was mache ich, wenn ich einen dünnen Stoff versuche mit einem dicken Stoff zu vernähen? Was muss ich denn mit diesem lustigen Rädchen machen, auf dem die Zahlen stehen und die mir sagen, wie die Spannung des Fadens ist? Wieso um alles in der Welt brechen mir in regelmäßigen Abständen diese verdammten Nadeln immer ab?


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Grund 3: Gerade Nähte

So eine Nähmaschine hat supertolle Extras wie z.B. Striche, die einem sagen mit welchem Abstand man gerade zur Nadel näht. Awesome. Nur wenn man ein Idiot wie ich ist, dann verrutscht der Mist nach geraumer Zeit oder man macht nette kleine Wellen. Wenn die Einzelteile nicht 1:1 aufeinander passen, kann man sich logischerweise auch nicht an diesen Strichen orientieren, was dazu führt, dass ich zum Teil blind vor mich hinnähe und das beste hoffe. Schlussendlich sieht alles was ich zusammennähe aus, als hätte ich mindestens 3 Promille.

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Grund 4: WARUM MACHT DER FADEN SO KOMISCHE DINGE?

Entweder der Faden reißt oder es bilden sich komische Knubbel. Ich habe das Gefühl so ein Faden macht einfach worauf er gerade Bock hat. Was dazu führt, dass aufgrund von hohem Aggressionspotenzial meinerseits, so ein „Das kann man in einer Stunde nähen“-Projekt gerne mal mehrere Wochen dauert, da ich ansonsten die Nähmaschine schon lange aus purem Zorn aus dem Fenster geworfen hätte. Natürlich befrage ich in solchen Fällen immer das Internet und die Antworten hierzu sind immer die selben. Jeden verdammten Schritt gehe ich durch um z. B. beim letzten Problem festzustellen, dass die günstigen Nadeln von idee einfach superscheiße sind.

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Grund 5: Es passt einfach nichts zusammen

Da kann ich noch so akribisch sein, ich kann mir noch so viel Mühe beim Messen gegeben haben. Zusammengenäht ist plötzlich alles krumm und schief.


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Grund 6: Rechte Seite, linke Seite, oben, unten

„Legen Sie den Stoff mit der rechten Seite nach oben…“ Blablabla. Lese ich mir 10mal durch und mache es trotzdem falsch. Dann nähe ich alles fein säuberlich zusammen, drehe und wende den Mist, um dann festzustellen… FUCK! Falsch rum. Da hat man dann keine Lust mehr. Ich bin für beidseitig bedruckten Stoff. Und schon wäre das Problem so was von gegessen!


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Grund 7: Es fehlt mir die Leichtigkeit

Ich muss mich unentwegt konzentrieren. Andere Dinge die ich mache wie das Sticken z. B., da haste auch mal ein paar Minütchen, da kannste deinen Kopf ausstellen und einfach nur machen. Ein bisschen Kreuze zählen und dann stumpf drauflosgestickt. Das kann ich beim Nähen nicht. Weil ich mich entweder aufrege, nach Fehlern suche oder mir dieses laute Brummen der Maschine auf den Wecker geht.


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Grund 8: Ich kann dabei nicht fernsehen

Alles andere was ich mache kann ich bequem auf dem Sofa. Netflix an, Kopf aus, fertig! Beim Nähen muss ich mich extra an den Schreibtisch setzen und wenn ich doch mal versuche eine Folge Orange is the new Black als Hörspiel zu genießen, geht das nicht, weil die Maschine so einen Radau macht.


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Zusammengefasst finde ich nähen superdoof! Aber ich werde es weiterhin versuchen. Vielleicht ist das wie mit der Kurvendiskussion bei Mathe. Irgendwann macht es *pling* und das läuft alles wie geschmiert. Bis dahin: Nähen? Spaß ist was anderes.

Nun aber die Frage: Warum sollte ich nicht einfach aufhören? Was sind deine Gründe zu nähen? Wie schaffst du es, dein Frustrationslevel unten zu halten? Was um alles in der Welt mache ich falsch?

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2 Gedanken zu “Nähen… is mir nix

  1. Das könnte ich selbst geschrieben haben 😀 Ich habe ja vor etwas über einem Jahr mit Nähen angefangen und hatte genau die gleichen Probleme! Und ich kann dir sagen, mit Übung wird es besser 😉 vor allem das Geradenähen. Um das jetzt schon hinzukriegen (auch das mit dem Ausschneiden) solltest du das Schnittmuster auf den Stoff übertragen. Dann hast du ne Linie, um die du drum rum schneiden kannst, und auch ne Linie, auf der du nähen kannst: hilft ungemein!
    Nur bei dem letzten Punkt muss ich dir voll und ganz zustimmen… Jedes mal die lästige Frage, guck ich meine Serie weiter, oder setze ich mich ganz alleine ins Nähzimmer? Da muss man sich einfach überwinden. Ich mach immer ganz laut Hörbuch an 😀
    Ich hoffe, ich konnte helfen 😉

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    1. Danke für deine Tipps. Auch vorzeichnen endet bei mir im Chaos, da ich einer der Menschen bin, der sich während des Ausschneidens gerne spontan umentscheidet ob auf der Linie oder daneben. Gerade Linien sind in meinem Kopf wohl auch was für Spießer. Ich bin einfach zu ungeduldig. 😀

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