#gastbeitrag Im Schweiße meines Angesichts… Die Krabbeldecke!


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So saß ich in der Bahn, als ich die Mail von der Rebecca erhielt. Es ist …. Trommelwirbel… Gastbeitrag-Time. Im echten Leben (Internet), in dem alles wahr ist, was man liest, ist sie ringelsocke nämlich hier und hier.  Sie häkelt, macht Brei, hübsche Fotos, lustige Wortsachen und näht. Ich präsentiere:

Der Gastbeitrag:

Ich bin ein Pinterest-Junkie. Bin ich zu faul, was selber zu machen oder auf der Suche nach einem neuen Projekt für Wolle/Stoffe (die ich natürlich schon besitze, ohne zu wissen, was ich überhaupt damit häkeln/nähen will), verkrieche ich mich auf Pinterest. Stunden später habe ich zwar keinen Plan für was Neues, aber tausend neue vage Ideen, von denen mich nur ganz selten welche so packen, dass ich sie sofort oder unbedingt umsetzen will (so z.B. meine Regenbogenhäkeldecke, an der ich ganz 2013 gehäkelt habe…).

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So also auch irgendwann die Idee einer Krabbeldecke für den Nachwuchs. Da ich am Anfang der Schwangerschaft zu müde und am Ende zu rund (und müde) für die Nähmaschine war, wurde daraus zunächst nichts. Mit zunehmendem Alter des Sohnes wurde die Krabbeldecke aber wieder Thema und die Internetshops hatten nichts hübsches anzubieten – die junge Mutti hat ja (noch) den Anspruch, dass es hübsch und nicht nur quietschbunt sein muss. Und… So eine Decke zu nähen kann doch nicht so schwer sein. Das sagten auch so einige Tutorials.
Also, Krabbeldecke nähen!
An dieser Stelle sei vielleicht angemerkt, dass ich zwar gerne (aber eigentlich selten) nähe, aber nur wegen des Ergebnisses. Ich häkel auch viel (und viel zu gerne), aber das entspannt mich wenigstens (und man kann Serien dabei gucken…). Nähen dagegen ist jedes Mal eine neue Herausforderung. Alleine bis ich mal ne Anleitung gefunden habe, mit der ich glaube, klarzukommen… Irgendwann überwinde ich mich dann, lege einfach los und hoffe darauf, dass sich die Knoten im Hirn irgendwann lösen und das schon irgendwie wird. Meistens bin ich nach dem letzten Wenden mittlerweile ganz erfreut, dass es doch ganz gut aussieht. Aber, ich sag’s mal so, Auftrennen kann ich auch ziemlich gut inzwischen…

Also gut. Die Entscheidung für einen schönen Stoff hat nur zwei Wochen gedauert, man verliert sich ja auch mal schnell auf dawanda… (Im Nachhinein muss ich sagen: Ich finde ihn immer noch total schön und die Hintergrundfarbe „Milchweiß“ war unbewusst eine sehr gute Entscheidung – Spuckflecken sieht man fast gar nicht!)
Beim Thema Füllung kamen plötzlich sowohl Mutter als auch Schwiegermutter mit irgendwelchen alten Decken daher und da ich durchaus ein Freund des Upcyclings bin, hab ich eine alte Tagesdecke säuberlich aufgetrennt, um dann deren Inneres als Füllvlies zu verwenden. Für die Unterseite und die „Umrandung“ auf der Oberseite habe ich „geerbte“ Stoffe aus meinem Bestand verwendet.
Und so hatte ich dann alles zusammen: Einen wunderschönen Designer-Stoff von Birch (den ich noch mit Bügelvlies, Vlieseline 200 verstärkt habe, weil er recht dünn ist) und einen dicken Jeans-Stoff für die Oberseite, eine einigermaßen weiche Füllung und ein irgendwann mal bei einer Färbeaktion mitgefärbtes Leintuch in einigermaßen passender Farbe für die Unterseite.
Dann konnte es losgehen. Die Oberseite zu nähen, war selbst für mich easy. Die Dicke des säuberlich zugeschnittenen (!) Jeansstoffes hat geholfen, sich über die benötigten großen Distanzen an eine gleichbleibende Nahtzugabe zu halten. Nach den ersten 20 cm und der ersten abgebrochenen Nadel kam ich sogar auf die Idee, eine Jeans-Nähnadel in die Maschine einzusetzen… Äh ja…
An den Schnittstellen der Umrandung habe ich an jeder Ecke noch ein Stück Baumwollkordel als Schlaufe mit eingenäht – vielleicht mal hilfreich, um Spielzeug dran festzubinden oder so. Denn: ein bisschen individueller Firlefanz muss ja schon auch sein. Inzwischen übt der Sohnemann mit seinem Zeigefinger sehr niedlich die Feinmotorik daran.

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Mit dem Ergebnis der Oberseite war ich dann aber durchaus sehr zufrieden und motiviert weiter zu machen. Ich nähte auf die Jeans-Umrandung noch 4 kleine Klettverschluss-Vierecke drauf (für mehr hatte ich einfach keine Geduld), ein weiterer Beitrag zum individuellen Firlefanz.
Und an dieser Stelle war dann der Teil des Nähens, der mir Spaß gemacht hat, auch vorbei.
Bei Außentemperaturen von 35° C machte ich mich dann (in unserer Dachgeschosswohnung…) an die Arbeit, Füllung und Unterstoff zurechtzuschneiden und alles fein säuberlich zusammenzustecken. Das ist für mich – wie beim Streichen das Abkleben – einfach nur lästige, aufwendige Arbeit, die zwischen mir und meinem sehnsüchtig erwarteten Ergebnis steht. Der Sohnemann, auf dem Arm vom Papa, fand’s aber sehr lustig, wie ich da grazil auf dem Boden rumkrabbelte und fluchte.
Irgendwann war das also auch geschafft und jetzt musste das Werk nur noch vom Boden zur Nähmaschine und ohne Nadeln im Oberschenkel (35° Grad!) zusammengetackert werden.
Tja, und jetzt kommen wir zu dem einen, wirklich blöden Denkfehler des Projekts! Die Oberfläche der Füllung war – wie ich nach ein paar cm Nähen und Verrutschen meiner drei sorgfältig zusammengesteckten Stofflagen merkte – nicht sehr nähfreundlich… Mittlerweile bin ich dann auch doch so erfahren, dass ich gleich merkte, das wird nichts – und nicht einfach weiter nähte, in der Hoffnung, das wird schon…
Also, kurzerhand wieder aufgetrennt – und weil ich Zusammenstecken so liebe, noch einen dünnen Stoff als vierte Lage auf das Vlies gelegt, so dass es sich besser nähen ließ (Ich hatte dann also Oberstoff, Notfall-Stoff, Vlies, Unterstoff). Das funktionierte dann schon besser. Jedenfalls bis zur letzten Seite. Da hat sich dann doch wieder einiges verzogen und ist verrutscht, so dass ich kurzerhand mehr als meine vorgesehene Wendeöffnung offen ließ (inklusive der Ecke…wtf?!), um erstmal zu wenden und zu schauen, wie sich das dann am Ende noch zurecht pfuschen ließ (Mein Nähstil? Pfuschen!). Nicht professional, aber für mich annehmbar hab ich dann auch das hingewurschtelt (trotzdem, ne Ecke als Wendeöffnung offen lassen, ganz blöde Idee!) und – so flach ausgebreitet auf dem Boden (und aus der Entfernung) war dann doch alles gar nicht soooo schlimm, wie gedacht. Puh!
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Zum Schluss hab ich nach dem Wenden – und ja, sogar Nähte bügeln! – noch einmal knappkantig (ja, ich kann auch Fachbegriffe!) außen rum genäht (sogar mit farblich passendem Faden!) und auch zwischen den beiden Stoffen auf der Oberseite, habe ich noch mal so patchworkartig über die Naht genäht. Dazu hab ich mir zwar nochmal die Mühe gemacht, in dem Bereich alles zusammenzustecken, damit nichts verrutscht… aber… also… ähm… wie die Unterseite der Decke aussieht, ist ja eh egal…! Und, noch so eine lesson learnt: farblich passendes Garn, statt Kontrastfarbe sollte man für so einen Fall IMMER wählen, wenn man nicht gescheit geradeaus nähen kann: Sämtlicher Pfusch ist quasi nicht zu sehen (also, von vorne…).
Aus einem kleinen Rest des Birch-Stoffes, hab ich dann noch Motive ausgeschnitten, den anderen Teil des Klettverschlusses drauf genäht und mit etwas Füllwatte versehen, so dass der Kleine auch da noch was zum Spielen hat (findet er inzwischen auch ganz toll, *schulterklopf).
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Insgesamt ist die Decke natürlich weit weg von perfekt, aber ich bin dann doch ganz stolz was Eigenes gemacht zu haben und freue mich über ihren Anblick im Wohnzimmer. Und überhaupt, ist ja eh der Sohnemann die Hauptattraktion darauf. Und wenn der mir nicht sein Leben lang für Schweiß (35° Grad!!) und Mühe dankbar ist, wird er enterbt.

(Copyright der Bilder des Textes und der Awesomitäten sind alleinig Rebecca ihr sein Dings.)

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Ein Gedanke zu “#gastbeitrag Im Schweiße meines Angesichts… Die Krabbeldecke!

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