Handcreme (Kosmetik selber machen Teil 1)

Ich habe eine Schwester. Diese Schwester hat einmal im Jahr Geburtstag. Und auch wenn wir aus dem selben Körper gekrochen sind, sind wir uns doch sehr unähnlich was unsere Geschenkevorstellungen anbelangen. Und wie jedes Jahr laufe ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Einkaufszentren dieser Stadt und kaufe wahllos Dinge, die ihr vielleicht gefallen könnten. Dieses Jahr sollte es anders sein. Dann hatte ich plötzlich nur noch zwei Wochen Zeit und immer noch keine Ahnung.

Themen-Breakdown! Als pubertierendes Gör erwarb man in unregelmäßigen Abständen diese Zeitschriften, in denen einem erklärt wurde, wie man weniger schüchtern ist oder wie man am besten die Mitesser auf der Nase aus der Haut ziehen konnte. Als ich eines schönes Arbeitstages in dem Kiosk meines Vertrauens Zigaretten kaufen wollte, lag da dieses Heft. In großen Lettern stand da was von 55 Deko-Stickern und Fotoprops. Und da war ein Sticker mit einer Katze in Matrosenoutfit. Ich musste sie haben. Freudig strahlend überreichte ich dem Kioskmann das Heft. Es war eine Mädchen. Scheinbar war dieses Format auch auf den DIY-Zug aufgesprungen und brachte ein Extramagazin Namens „Mädchen – Made by you“ raus. Netterweise fragte mich der Kioskverkäufer, ob dass denn für mich sei. Verschämt sagte ich „Ja.“. Auch mit 31 Jahren kann man sich ja wohl eine Mädchen kaufen. Erwachsene Männer in Comicbuchläden sind doch auch vollkommen in Ordnung. Mit hochrotem Kopf ging ich also aus dem Laden und fühlte mich als hätte ich mir irgendein Hardcorepornoheftchen gekauft.

Nun waren in dem Magazin (Nr. 06/15) nicht nur supergeile Dekosticker, sondern auch Anleitungen für selbstgemachte Beautyprodukte. Und weil mein Umfeld nunmal auch unter meinem frisch erwachten DIY-Wahn leiden muss, fügten sich hiermit die Geschenkesuche und der Erwerb dieses Heftes zusammen wie der Arsch auf den Eimer. Ich entschied mich für zwei Dinge aus diesem Heft. Einmal sollte es das duftende Sugar-Scrubs werden und zusätzlich Body-Kräuter-Bars. Weil mir zwei Pflegeprodukte irgendwie mickrig erschienen hoppste ich noch freudig auf pinterest herum und fand dort noch eine Anleitung für Badepralinen, ne Anleitung für Handcreme und abschließend eine Anleitung für kühlende Badebomben. Aufgeregt ob der Dinge die dort bald in meiner Küche fabriziert werden würde, schrieb ich eine Einkaufsliste. Die Liste sah eher aus als würde ich backen wollen. Und wegen der Vielzahl an ätherischen Ölen, danach vielleicht noch einen keksemümmelnden Meditationsabend veranstalten.

Heute präsentiere ich das Handcreme-Debakel in 3 Akten.

Kokosöl hatte ich. (Zu wenig.) Sheabutter fand ich nicht, also musste ne Körperbutter mit Sheabutter und Macadamianüsschen herhalten. Der Rest war leicht aufzutreiben.

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Wusstet ihr, dass es übrigens Haushalte gibt, die keinen Messbecher haben der einem sagt wieviel 50 ml sind? In so einem Haushalt lebe ich. Versuchte dann einfach abzuschätzen was 50 ml Mandelöl sind. Kann ja nicht falsch sein, wenns ein bisschen mehr ist.

Nachdem alles abgewogen war, wurde es liebevollst in einem Wasserbad erhitzt. Das dauert. Ich machte mir zwischenzeitlich einen Tee, räumte die Spülmaschine aus, reihte die Einweckgläser auf, beantwortete Nachrichten bei Facebook… Irgendwann konnte ich endlich die Stärke einrühren. Und ich musste wieder warten… Menschen die so was regelmäßig machen müssen echt eine unglaubliche Geduld haben. Und Ausdauer. Ich saß nun in der Küche, guckte Prison Break und sprang ab und zu hektisch auf, um meine Handcreme mit dem Handrührgerät zu malträtieren. Nach 1 1/2 Folgen war die Konsistenz auf keinen Fall cremig, sondern eher wie Kleister. Und meine Geduld war am Ende. Ich beschimpfte den Kladeradatsch, den ich da vor mir hatte und kippte ihn in meine Einweckgläser. Sollte er doch sehen, dass er über Nacht fest wurde. Ohne mich!

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Am nächsten Morgen war es fest aber so gar nicht wie ich es mir vorgestellt habe. Der Geruch ist großartig, weil ich Kokos sehr gerne mag, aber ist nunmal pures Fett, was man sich da auf die Hände schmiert.

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Wir halten fest. Handcreme machen, kann ich nicht. Verschenkt wurde es trotzdem. Nachhaltigkeit und so.

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3 Gedanken zu “Handcreme (Kosmetik selber machen Teil 1)

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