Pimp my Jutebeutel (Part 1)

Eines Tages wachte ein Mensch Morgens auf und hatte die Schnauze voll. „Handtaschen, Rucksäcke, Bauchtaschen, alles doofer Bockmist!“, dachte dieser Mensch. Mit zahnpastaverschmiertem Mund baute er sich vor seinem Spiegel im Flur auf, die Zahnbürste wie ein Schwert in die Luft gestreckt und schwor sich und der Welt, ab dem heutigen Tage nur noch mit einem Jutebeutel als Transportmittel für Geldbörse, Schlüssel, dicken Wälzer zum in den Öffis drin rumblättern und Handy zu verwenden.

Anfangs wurde er natürlich ausgelacht. Menschen können so grausam sein. Aber er blieb standhaft. Und an einem wunderschönen sonnigen Tag war dieser Mensch mit seinem Jutebeutel unterwegs. Zwischenzeitlich hatte er sich auf selbigen einen neckischen Spruch gepinselt. Einige Meter vor sich sah er plötzlich ebenfalls einen Menschen mit einem Jutebeutel an seiner Schulter. Endlich ein weiterer Mitstreiter im Kampf gegen die Taschen-Industrie. Er wollte hinlaufen, ihn umarmen. Gemeinsam hätten sie sich neue lustige Sprüche ausdenken können, für ihre Beutel. Vielleicht irgendwas mit „schubsen“ und „Joghurt“ oder vielleicht den Namen eines großen Taschenherstellers durch den Kakao ziehen. Aber er traute sich nicht. Es dauerte nicht lange, dann waren sie plötzlich überall. Die Jutebeutelträger. In Windeseile wurden Shops aus dem Boden gestampft, die sich nur mit dem Bedrucken von diesen Beuteln beschäftigen. DIY-Ideen hüpften freudig aus ihren Löchern und priesen sich lautstark an. Und wer bin ich, als dass ich mich gegen deren Rufe verwehren könnte. Aber weil mir eine Variante nicht reicht, wage ich mich hier an verschiedene Möglichkeiten aus einem handelsüblichen Beutel einen Hingucker der Extraklasse zu machen. Heute präsentiere ich euch die erste Variante. Die Aufmerksamkeit eines Standard-Internet-Users ist nunmal auch nicht die… Hallo!!!… Hey!!!… Hier bin ich!!!!… Genau.

Ich hatte mal versucht mit Farbe und Stempel irgendwas superwitziges auf einen Babybody zu übertragen. Es sah miserabel aus und nach dem zweiten Buchstaben stellte ich das Projekt ein. Bei meiner Recherche nach Möglichkeiten der Jutebeutel-Pimperei stieß ich auf eine Anleitung zum Lavendeldruck.

Auch wenn die Bilder der Anleitung sehr überzeugend wirkten, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen wie das funktionieren sollte. Aber getestet muss man das ja wohl haben. Also erwarb ich Lavendelöl und Pinsel. Im Büro entwarf ich dann Dank dafont.com und Wordart einen Schriftzug. Zwar habe ich einen Drucker zu Hause aber scheinbar braucht man die magischen Fähigkeiten eines Toners um zum gewünschten Ziel zu gelangen.

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Da ich keine Ahnung hatte wieviel von diesem Öl man denn nun auf dem Papier verteilen müsste wurde das kleine Fläschchen geöffnet und der gesamte Inhalt in eine Schüssel gekippt. Fingers crossed, dass dies für einen Beutel reichen würde. Erst als ich die Flasche ausgekippt hatte fiel mir wieder ein, dass ich den Geruch von Lavendel ziemlich abstoßend finde. Danach, als mein Kopf sich anfühlte als wäre er in Watte gepackt, rief ich mir ins Gedächtnis, dass schon kleine Mengen dieses Öls beruhigend wirken sollten. Ich war also völlig high!

Den ausgedruckten Spiegelschrift-Schriftzug schön mit der bedruckten Seite auf den Beutel kleben… mit Kreppband. Huiiii, wenn man den Kopf ganz ruhig hält, kann man das Blut in den Ohren rauschen hören. Nun großzügig, aber nicht zu großzügig, das Öl mit dem Pinsel auf dem Papier verteilen. Hihihi, Lavendelöl ist ein lustiges Wort… Lavendelöl, Lavendelöl, Lavendelöl, Lavendöl, Lavendödelöl, Lavendölölölölöl, …

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Wenn alles ordentlich durchgesuppt ist, gehts ans übertragen. Ich hab mir nen Holzbratgutwender gekrallt und schrammte freudig strahlend an den Stellen rum, an denen die Buchstaben durchscheinten. Schrubbel, schrubbel, schramm, schramm. Schrubbdidei. Was wenn Pferde Einhörner sind und wir das nur nicht erkennen, weil wir Ungläubige sind?

Zettel abmachen, Ergebnis angucken, freuen. Ich könnte das Fenster mal aufmachen… aber dazu müsste ich aufstehen. Aber meine Beine sind zu schwach. Vielleicht sollte ich mich einfach unter den Tisch kauern und schlafen. Hach Lavendel. Crazy Zeuch.

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(* Kann Spuren von Lavendeleinfluss enthalten)

(** Dosenbier und Döner? Wie kommt die Alte auf den Spruch? Stay tuned!)

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2 Gedanken zu “Pimp my Jutebeutel (Part 1)

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