Schultüte 2.0

Am ersten Tag in der Schule wird man herausgeputzt und bekommt, zusätzlich zu dem viel zu großen Schulranzen und dem Turnbeutel, eine monströse Schultüte in die Hand gedrückt. Die Kinder mit den kreativen Müttern haben Selbstgemachte. Heimlich Nachts in der Küche zwischen Aschenbecher und Topfuntersetzern zusammengeklebt und vollgestopft. Man könnte meinen, dass das die coolen Kids waren. Weil ihre Mutti hatte sie soooo lieb und hat sich so viel Mühe gemacht. Kinder sind aber undankbare Scheißer. Zumindest ich war einer und auch alle anderen, die mit mir in die 1. Klasse gingen. Die wirklich beeindruckenden Schultüten waren die, die zum teuer erstandenen Scout-Schulranzen passten. Die waren nicht mit schnödem Seidenpapier verschlossen. Das war Stoff!!! Und wenn man das Foto eines solchen Kindes betrachtete, konnte man dieses kaum erkennen, weil es schier eingehüllt war in das grelle Pony-Astronauten-Piraten-Rennauto-Blumen-Muster. Standardmäßig gibt es immer ein Kind, dem fällt das Ding aus der Hand. Geht kaputt. Kind weint den gesamten ersten Schultag, sieht auf allen Fotos aus als hätte es eine Woche Dauer-Rave hinter sich und alle sind frustriert.

Je nach Grad des Wissensdurstes, wird im Laufe der Jahre aus dem kleinen niedlichen ABC-Schützen mit der Rüschenkragenbluse ein Gymnasiast, Realschüler, Fachoberschüler, Student, Auszubildender. Zumindest kann man meine schulisch-berufliche „Karriere“ so zusammenfassen. Aber so ein Theater, wie am allerersten Schultag, wurde nie wieder veranstaltet. Zumindest was die Geschenke anbelangte.

Lange Rede, wenig Sinn. Der Beginn eines Studiums ist ein großer Schritt. Raus aus den engen Stricken der schulischen Gefangenschaft, rein in das selbstverantwortliche Leben mit Rotwein aus dem Tetrapack und Toastbrot ab Mitte des Monats. Endlich ausschlafen oder einfach gar nicht mehr schlafen. Alles wird anders und besser. Und das muss doch gefeiert werden. Deswegen habe ich eine Uni-Tüte gebastelt.

Zutaten:

  • Snack-Box (hier von TIGER, eigentlich gedacht für Popcorn)
  • Seidenpapier (ebenfalls von TIGER)
  • buntes anderes Papier für die Buchstaben (aus irgendeiner Schublade)
  • den gewünschten Schriftzug, ausgedruckt
  • Schere, Kleber, doppelseitiges Klebeband, Bleistift, Schnürchen
  • Sachen die man reinfüllen kann (sowieso… TIGER)

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Natürlich war in meinem Kopf alles wieder total simpel. Doppelseitiges Klebeband an den Rand der Snack-Box geklebt, Seidenpapier reingetüddelt, fertig.

Zuerst musste das Papier auf die richtige Länge zugeschnitten werden. Rumwickeln, abschneiden, fertig. Da die Öffnung der Box kleiner ist als gedacht, musste dann jede Seite nacheinander beklebt werden. Wurde logischerweise wieder ein bisschen krumm und schief, muss man halt mehr reinpacken, damit man die Falten nicht sieht.

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Danach wurden die Buchstaben auf das bunte Papier übertragen, ausgeschnitten und auf die Uni-Tütenbox geklebt. Und ich hatte auch diesmal daran gedacht, die Buchstaben spiegelverkehrt aufzuzeichnen. Eigenlob-High-Five!!!

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Und eigentlich ist die Unitütenbox hiermit schon fertig. Schnell noch mit den erworbenen Kleinigkeiten gefüllt, verschnürt und fertig zum Verschenken.

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Da ich nun noch ganz viele von diesen Snackboxen hier rumfliegen habe, gibt es jetzt für jeden Anlass eine solche „Tüte“. „Heute wird geputzt“-Tüte, Montags-Tüte, „Warum liegt hier Stroh?“-Tüte, „Mein Hund hat meinen Wecker gefressen“-Tüte, …

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2 Gedanken zu “Schultüte 2.0

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